Ungefragte App-Installationen verhindern

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Ungefragte App-Installationen verhindern

02.10.2026 - 07:00
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Ein aktueller Fall zeigt, wie schnell aus einer Komfortfunktion ein Sicherheitsrisiko wird: Eine Monitor-App installierte sich bei etlichen Nutzern ungefragt selbst und blendete anschließend Werbung ein. Für Admins ist das ein guter Anlass, die automatische Installation solcher Hersteller-Apps zu unterbinden.

Ausgelöst hatte die aktuelle Debatte der "LG Monitor App Installer": Sobald Nutzer bestimmte LG-Bildschirme an einen Windows-Rechner anschlossen, lud das Betriebssystem die App automatisch über den Microsoft Store nach und zeigte statt Konfigurationsoptionen plötzlich Werbung für eine Sicherheitssoftware an. Möglich macht das die Hardware Support App (HSA), ein offizielles Windows-Framework, über das Hersteller gerätespezifische Software direkt mit dem Store verknüpfen. Vereinzelt tauchten ähnliche Berichte auch bei Monitoren anderer Hersteller auf.

Zwar handelte es sich in diesem Fall nicht um Malware, doch der Vorfall zeigt exemplarisch, wie leicht sich der Mechanismus missbrauchen lässt: Wer als Angreifer eine solche Metadaten-Verknüpfung fälscht oder kapert, verschafft sich einen Weg, Code ganz ohne Zutun des Nutzers und mit Systemrechten auf fremde Rechner zu schleusen. Sicherheitsbewussten IT-Profis empfiehlt sich deshalb, den automatischen Download von Hersteller-Programmen für Hardware-Komponenten generell zu unterbinden.

Abschalten per Gruppenrichtlinie und Registry

Auf einem einzelnen Arbeitsplatz genügt dafür ein kurzer Umweg über die Systemsteuerung: Öffnen Sie mit der Tastenkombination Win+R das Dialogfeld "Ausführen", geben Sie dort "sysdm.cpl" ein und wechseln Sie im Fenster der Systemeigenschaften auf den Reiter "Hardware". Über die Schaltfläche "Geräteinstallationseinstellungen" lässt sich das automatische Herunterladen von Treibern und zugehöriger Software abschalten. Für einzelne Rechner reicht dieser Weg völlig aus, in gewachsenen Netzwerken empfiehlt sich jedoch der Umweg über die Gruppenrichtlinien.

Die passende Einstellung "Automatischen Download von Anwendungen im Zusammenhang mit Gerätemetadaten verhindern" (englisch: "Prevent automatic download of applications associated with device metadata") findet sich unter "Computer Configuration / Administrative Templates / System / Device Installation" und lässt sich zentral für alle Clients der Domäne aktivieren. Wer keine Domäne betreibt, kann dieselbe Sperre auch direkt über die Registry setzen, unter dem Schlüssel "HKEY_LOCAL_MACHINE \ SOFTWARE \ Policies \ Microsoft \ Windows \ Device Metadata" mit dem DWORD-Wert "PreventDeviceMetadataFromNetwork" und dem Wert "1".

Ein Wermutstropfen bleibt: Die Sperre verhindert nur die automatische Zusatzsoftware, grundlegende Gerätetreiber lädt Windows weiterhin nach. Wer nach der Umstellung doch auf eine Hersteller-App angewiesen ist, muss diese künftig manuell nachinstallieren – ein überschaubarer Mehraufwand gegenüber dem Risiko, ungeprüfte Software samt Werbe- oder gar Schadcode einzufangen.