Im Test: Yubico YubiKey 5C Nano und NFC
Hardwarebasierte Authentifizierung gilt als eine der wirksamsten Maßnahmen gegen Phishing-Angriffe und Kontoübernahmen. Yubico bietet mit dem YubiKey 5C Nano und dem YubiKey 5C NFC zwei Vertreter der aktuellen 5er-Serie an, die trotz identischer Protokollunterstützung in Form und Einsatzszenario deutlich voneinander abweichen. In unserem Test überzeugten beide Geräte mit starker Leistung – jeweils mit charakteristischen Stärken und kleinen Einschränkungen.
Passwörter bleiben trotz jahrzehntelanger Mahnungen das verbreitetste Authentifizierungsmittel. Hardware-Security-Keys wie die YubiKeys verlagern die kryptografischen Schlüssel dagegen auf einen separaten Hardwarebaustein. Für unseren Test haben wir mit dem YubiKey 5C Nano und dem YubiKey 5C NFC zwei USB-C-Modelle der aktuellen 5er-Serie genauer betrachtet. Beide unterstützen unter anderem FIDO2/WebAuthn, U2F, PIV und OpenPGP und decken damit sehr unterschiedliche Authentifizierungsszenarien ab.
Der entscheidende Unterschied liegt weniger in der Technik als im Formfaktor. Der nur 12 × 10,1 × 7 Millimeter große 5C Nano ist dafür gedacht, dauerhaft im USB-C-Port zu verbleiben. Der 5C NFC fällt größer aus, lässt sich dafür am Schlüsselbund transportieren und zusätzlich per NFC an Smartphones oder Tablets verwenden.
Zwei Formfaktoren, gleiche Sicherheitsbasis
Im Praxistest erkannten Windows, macOS und Linux beide Schlüssel ohne zusätzliche Treiber. Die Einrichtung von FIDO2-Passkeys für Google-, Microsoft- und GitHub-Konten verlief problemlos. Beim 5C NFC funktionierte zudem die Anmeldung per NFC sowohl mit iPhone als auch mit Android zuverlässig. Für die Konfiguration empfiehlt Yubico inzwischen seine Authenticator-App; für automatisierte Rollouts bleibt das Kommandozeilenwerkzeug ykman verfügbar.
Welches Modell besser passt, hängt damit vor allem vom Einsatzszenario ab. Der Nano eignet sich für feste Arbeitsplätze und Geräte, an denen der Schlüssel dauerhaft stecken soll. Der 5C NFC ist flexibler und empfiehlt sich für Anwender, die denselben Security-Key an Rechnern und Mobilgeräten einsetzen möchten. Unternehmen sollten außerdem vor dem Rollout ein Recovery-Konzept festlegen und einen Backup-Key vorsehen.
Fazit
Beide YubiKeys der 5C-Serie überzeugen durch umfassenden Protokoll-Support, robuste Hardware und ein ausgereiftes Ökosystem aus Verwaltungswerkzeugen und kompatiblen Diensten. Wer Hardware-Security-Keys für seine Infrastruktur evaluiert, muss sich heute kaum noch mit eingeschränkter Kompatibilität herumschlagen – die YubiKey-5-Modelle funktionieren mit praktisch allem, was FIDO2, U2F oder PIV spricht.
Der YubiKey 5C Nano ist vor allem für stationäre Einsatzszenarien interessant: unauffällig und permanent verfügbar. Der YubiKey 5C NFC überzeugt durch seine Flexibilität und lässt sich dank NFC sowohl an Desktop-Systemen als auch an Smartphones einsetzen.
Ein wichtiger Vorbehalt gilt für beide Modelle: Geht ein Schlüssel verloren, kann das je nach Setup erhebliche Folgen haben. Yubico empfiehlt deshalb, stets einen Backup-Key einzurichten und sicher zu verwahren. In Unternehmensumgebungen sollte das Recovery-Konzept bereits vor dem Rollout feststehen. (dr)
Über den Autor: Thorsten Scherf ist seit 25 Jahren als Berater, Trainer und Entwickler im Security Umfeld tätig und arbeitet seit 20 Jahren für den Linux-Distributor Red Hat. Dort ist er für das Thema Identity Management und Plattform Security verantwortlich.
Den kompletten Test finden Sie in Ausgabe 10/2026 ab Seite 20.
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