IONOS verschlüsselt Cloud-VMs auch im Betrieb

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IONOS verschlüsselt Cloud-VMs auch im Betrieb

18.09.2026 - 14:37
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IONOS CLOUD bietet ab sofort Confidential-VMs auf Basis von AMD SEV-SNP an. Damit lassen sich Daten nicht nur bei Speicherung und Übertragung, sondern auch während der Verarbeitung im Arbeitsspeicher hardwareseitig schützen. Eine Remote Attestation ermöglicht zudem die kryptografische Überprüfung des VM-Zustands.

IONOS setzt für die Confidential-VMs auf AMD-EPYC-Prozessoren der aktuellen Turin-Generation. Deren SEV-SNP-Technik verschlüsselt den Arbeitsspeicher einer VM und ergänzt die Vertraulichkeit um Integritätsschutz. Damit soll selbst ein privilegierter oder kompromittierter Hypervisor die geschützten Speicherinhalte nicht auslesen oder unbemerkt manipulieren können. AMD zufolge schützt SEV-SNP unter anderem vor Memory-Remapping- und Replay-Angriffen.

Zusätzlich lassen sich die VMs per Remote Attestation überprüfen. Der AMD Secure Processor erstellt dazu einen kryptografisch signierten Bericht über den Zustand der VM. Anwender betreiben den Attestierungsdienst selbst und können beispielsweise festlegen, dass dieser Schlüssel erst dann freigibt, wenn der Bericht den vorgegebenen Richtlinien entspricht.

Mehr Aufwand im Eigenbetrieb

IONOS verfolgt dabei einen Bring-your-own-Image-Ansatz. Nach Angaben des Anbieters kann IONOS das vom Kunden bereitgestellte VM-Image weder einsehen noch verändern. Der zusätzliche Schutz bringt allerdings höheren Administrationsaufwand mit sich: Für den Einsatz nennt IONOS unter anderem Kenntnisse des Linux-Kernels und der SEV-SNP-Zertifikatskette sowie die Fähigkeit, eigene Images zu erstellen. Cloud-init wird derzeit nicht unterstützt. Wer Remote Attestation nutzen möchte, benötigt außerdem einen eigenen Attestierungsdienst und ein Key-Management. Als Open-Source-Referenzimplementierung stellt IONOS dafür SnpGuard bereit.

Die Confidential-VMs lassen sich über das API und Data Center Designer bereitstellen. IONOS bietet dafür dedizierte CPU-Kerne mit 2,6 GHz an; eine VM kann zwischen einem und 62 Kernen erhalten. Der Anbieter positioniert das Angebot insbesondere für sensible und regulierte Workloads. Eine vollständige Erfüllung regulatorischer Vorgaben garantiert die Technik allerdings nicht: Auch IONOS weist darauf hin, dass Confidential Computing lediglich eine technische Schutzmaßnahme darstellt und die Gesamtverantwortung für die Compliance beim Anwender verbleibt.